Clara und ich hatten schon überlegt, wann denn eigentlich die Uhr umgestellt wird und ich entdeckte zufällig in meinem Kalender, dass man das wohl am 31.10. macht.
Am Sonntag kam unser Besuch dann 75 Minuten zu früh…das sind wir hier eigentlich schon gewohnt, wenn wir eine Verabredung haben, halten wir uns mind. ½ Stunde früher bereit, sind aber auch nicht beunruhigt, wenn die betreffende Person ½ Stunde später als geplant immer noch nicht da ist.
Tja, wir erfuhren dann aber, dass der Besuch nur 15 Minuten zu früh war, denn hier wurde die Uhr schon am 17. umgestellt… Clara und ich hatten den ganzen Tag in dem Glauben gelebt, dass es eine Stunde früher sei, als es tatsächlich war.
Morgens habe ich im Bus das Gefühl, dass ganz Brasilien unter der Zeitumstellung leidet. Es ist um 7:30 Uhr noch recht düster, die Leute wirken verschlafen und auch ich würde morgens lieber noch ein bisschen länger im Bett liegen bleiben (das Problem mit dem Aufwachen löst dann aber die kalte Dusche)…
Dazu kommt noch das „schlechte“ Wetter (ok, ihr würdet euch vielleicht über 25°C freuen). Pünktlich zum Frühlingsanfang hat es einen Wetterumschlag gegeben und seit dem kann ich das Wetter schlecht einschätzen – mal ist es richtig heiß, mal schwül und drückend und abends wird mir in der Wohnung dann kalt; oft regnet es und immer wieder ziehen Gewitter auf.
Dienstag, 19. Oktober 2010
Freitag, 15. Oktober 2010
Serra do Cipó
Von Sonntag bis Donnerstag haben Clara und ich uns eine kleine Auszeit gegönnt und sind zum Serra do Cipó, einem Naturpark ca. 3 Stunden von uns entfernt, gefahren. Die ganze Sache war recht spontan (wir haben am Freitag erst gebucht) und wir waren am Sonntagabend froh, in unserer Pousada ohne jegliche Komplikationen anzukommen.
Entgegen unserer Erwartungen war das Örtchen nicht von ausländischen Touristen übervölkert, viele Brasilianer aus der Umgebung waren für ein verlängertes Wochenende hierhin gekommen, aber ansonsten haben wir nur 2 Engländer getroffen. Dem entsprechend wurden wir mal wieder als die deutsche Attraktion begafft.
Montag und Dienstag kann man mit den folgenden Wörtern zusammenfassen:
Wunderschöne Natur, Wasserfälle, knallende Hitze, Sonnenbrand, schmerzende Füße, Rücken und Knie, totale Erschöpfung, wandern, wandern, wandern…. Schon am Montagabend fielen wir von der Sonne, den Rucksäcken und dem vielen Wandern total erschöpft in unsere Betten und sagten uns am folgenden Tag, dass wir es langsam angehen würden – Pustekuchen, wir legten noch einen drauf, liefen 26km zu einem Wasserfall. Das Problem war, dass wir schon allein 5km zu dem Naturpark laufen mussten und dieser dann auch nochmal sehr weitläufig ist. Außerdem gibt es insgesamt nur 2 Stellen, die man sich ohne Führer anschauen kann; die Führungen sind aber ziemlich teuer, weswegen wir uns allein auf die Socken machten. So haben wir vielleicht nicht die tollsten Attraktionen gesehen, hatten aber trotzdem unseren Spaß.
Die Landschaft ist wirklich der Hammer, weitläufige Ebenen, hohe Gräser, die verschiedensten Bäume und Steine, das Ganze begleitet vom Singen der Zikaden und einem anderen Tier, das wir bis jetzt noch nicht identifizieren konnten. An besonderen Tieren haben wir nicht so viele gesehen, bis auf einen wunderschönen, großen blauen Schmetterling und ein paar winzigen Kröten. Darüber sind wir aber eigentlich auch ganz froh, wir wurden nämlich vorher noch vor giftigen Tieren wie Skorpionen, Schlangen und Spinnen gewarnt…
Da der Park wie gesagt sehr weitläufig ist trafen wir selten auf andere Leute. Es war schon ein schönes Gefühl, alleine durch die Natur zu laufen, die einen teilweise an das australische Outback, teilweise an Afrika, manchmal auch an Amerika erinnert. Manche Teile sind saftig grün, andere scheinen verdorrt zu sein und trotzdem voller Leben.
Der Mittwoch war unser Highlight. Auf eigene Faust suchten wir einen Wasserfall außerhalb des Naturparks, zu dem man nicht erst eine halbe Weltwanderung unternehmen musste, um ihn zu bestaunen – lediglich eine kleine Klettertour.
Stolz wie Oskar, dass wir uns alleine den Weg durch die Wildnis gesucht haben, saßen wir am Wasserfall und genossen einfach die Ruhe und Schönheit der Natur. Ganz besonders herrlich waren die Hinweisschilder, die einem den Weg zum Wasserfall führen sollten. Das erste Schild sagte uns, dass es noch 500m seien, auf dem 2. Schild stand 100m und das nächste Schild behauptete wieder, dass es 500m seien…anscheinend zeigen die Schilder hier die Entfernung zum nächsten Schild und nicht zum Ziel an ;)
Den restlichen Tag verbrachten wir auf der Veranda der Pousada im Liegestuhl und erholten uns von unserem Urlaub. Den Abend ließen wir gemütlich in einem Restaurant mit einer Pizza, einem Caipirinha und einem guten Gespräch ausklingen.
Am Donnerstag hieß es dann Packen und da der Bus erst um 15 Uhr abfuhr, konnten wir noch ein bisschen relaxen.
Ich nehm auch ganz viele Souvenirs aus dem Urlaub mit – Mückenstiche! Im Gesicht habe ich allein schon 8 Mückenstiche, 3 davon so um meine Augen verteilt, dass ich das eine Auge am Mittwoch nur halb öffnen konnte und am Donnerstag einfach beide Augen zugeschwollen waren…



Entgegen unserer Erwartungen war das Örtchen nicht von ausländischen Touristen übervölkert, viele Brasilianer aus der Umgebung waren für ein verlängertes Wochenende hierhin gekommen, aber ansonsten haben wir nur 2 Engländer getroffen. Dem entsprechend wurden wir mal wieder als die deutsche Attraktion begafft.
Montag und Dienstag kann man mit den folgenden Wörtern zusammenfassen:
Wunderschöne Natur, Wasserfälle, knallende Hitze, Sonnenbrand, schmerzende Füße, Rücken und Knie, totale Erschöpfung, wandern, wandern, wandern…. Schon am Montagabend fielen wir von der Sonne, den Rucksäcken und dem vielen Wandern total erschöpft in unsere Betten und sagten uns am folgenden Tag, dass wir es langsam angehen würden – Pustekuchen, wir legten noch einen drauf, liefen 26km zu einem Wasserfall. Das Problem war, dass wir schon allein 5km zu dem Naturpark laufen mussten und dieser dann auch nochmal sehr weitläufig ist. Außerdem gibt es insgesamt nur 2 Stellen, die man sich ohne Führer anschauen kann; die Führungen sind aber ziemlich teuer, weswegen wir uns allein auf die Socken machten. So haben wir vielleicht nicht die tollsten Attraktionen gesehen, hatten aber trotzdem unseren Spaß.
Die Landschaft ist wirklich der Hammer, weitläufige Ebenen, hohe Gräser, die verschiedensten Bäume und Steine, das Ganze begleitet vom Singen der Zikaden und einem anderen Tier, das wir bis jetzt noch nicht identifizieren konnten. An besonderen Tieren haben wir nicht so viele gesehen, bis auf einen wunderschönen, großen blauen Schmetterling und ein paar winzigen Kröten. Darüber sind wir aber eigentlich auch ganz froh, wir wurden nämlich vorher noch vor giftigen Tieren wie Skorpionen, Schlangen und Spinnen gewarnt…
Da der Park wie gesagt sehr weitläufig ist trafen wir selten auf andere Leute. Es war schon ein schönes Gefühl, alleine durch die Natur zu laufen, die einen teilweise an das australische Outback, teilweise an Afrika, manchmal auch an Amerika erinnert. Manche Teile sind saftig grün, andere scheinen verdorrt zu sein und trotzdem voller Leben.
Der Mittwoch war unser Highlight. Auf eigene Faust suchten wir einen Wasserfall außerhalb des Naturparks, zu dem man nicht erst eine halbe Weltwanderung unternehmen musste, um ihn zu bestaunen – lediglich eine kleine Klettertour.
Stolz wie Oskar, dass wir uns alleine den Weg durch die Wildnis gesucht haben, saßen wir am Wasserfall und genossen einfach die Ruhe und Schönheit der Natur. Ganz besonders herrlich waren die Hinweisschilder, die einem den Weg zum Wasserfall führen sollten. Das erste Schild sagte uns, dass es noch 500m seien, auf dem 2. Schild stand 100m und das nächste Schild behauptete wieder, dass es 500m seien…anscheinend zeigen die Schilder hier die Entfernung zum nächsten Schild und nicht zum Ziel an ;)
Den restlichen Tag verbrachten wir auf der Veranda der Pousada im Liegestuhl und erholten uns von unserem Urlaub. Den Abend ließen wir gemütlich in einem Restaurant mit einer Pizza, einem Caipirinha und einem guten Gespräch ausklingen.
Am Donnerstag hieß es dann Packen und da der Bus erst um 15 Uhr abfuhr, konnten wir noch ein bisschen relaxen.
Ich nehm auch ganz viele Souvenirs aus dem Urlaub mit – Mückenstiche! Im Gesicht habe ich allein schon 8 Mückenstiche, 3 davon so um meine Augen verteilt, dass ich das eine Auge am Mittwoch nur halb öffnen konnte und am Donnerstag einfach beide Augen zugeschwollen waren…
Samstag, 9. Oktober 2010
Spaaaß
Brasilianer finden immer einen Grund zum Feiern und so gibt es für alles Mögliche einen besonderen Tag – Tag des Soldaten, Tag des Hundes, Tag des Baums, Tag der Lehrerin…
Nächste Woche ist der Tag des Kindes, weswegen die komplette Woche schulische Einrichtungen geschlossen sind – im Klartext: Ich hab frei =)
In dieser Woche gab es jeden Tag eine oder mehrere kleine Überraschungen für die Kinder – ein Theaterstück, ein Tag, an dem nur gespielt wurde, etwas Besonderes zum Frühstück, einen leckeren Nachtisch oder Süßigkeiten, die sie mit nach Hause nehmen dürfen. Dabei wird nicht darauf geachtet, dass das Essen ja überhaupt nicht gesund ist und die Zähne kaputt macht und sowieso – nein, hier geht es einfach nur darum, den Kindern eine Freude zu machen. Mit ganz viel Liebe wurden viele Vorbereitungen getroffen. Zum Beispiel haben die Kinder einmal Popcorn und einen Lolli mit nach Hause bekommen; für jedes Kind wurde eine Tüte bemalt und mit Popcorn gefüllt und eine Blume gebastelt, die auf den Lolli geklebt wurde – in der Creche gibt es ca. 100 Kinder!
Das Lustige ist, dass die Erzieherinnen mindestens genauso viel Spaß daran haben und sich über das Eis, das es zum Nachtisch gibt, genauso freuen wie die Kinder.
Heute war dann das große Finale. Morgens führte jede Klasse eine Kleinigkeit für die Eltern auf – natürlich gehört bei solchen Auftritten für die Mädchen jeden Alters hier eine gehörige Portion Schminke und rosa dazu. Den restlichen Vormittag durften die Kinder spielen, zum Mittagessen gab es Hot Dogs und zum Nachtisch eine riesige Torte. Diese sorgte für besonders viel Freude – ein Kind fiel mit dem Gesicht rein, zum Glück war der Pimpf ein kleiner, weswegen er nicht oben auf die Schrift fiel, sondern nur am Rand ein wenig die Verzierung auf sein Gesicht beförderte. Auch das Essen der Torte war abenteuerlich; die Kinder, ihre Kleidung und die Tische sahen danach aus wie nach einer Essensschlacht…
Nächste Woche ist der Tag des Kindes, weswegen die komplette Woche schulische Einrichtungen geschlossen sind – im Klartext: Ich hab frei =)
In dieser Woche gab es jeden Tag eine oder mehrere kleine Überraschungen für die Kinder – ein Theaterstück, ein Tag, an dem nur gespielt wurde, etwas Besonderes zum Frühstück, einen leckeren Nachtisch oder Süßigkeiten, die sie mit nach Hause nehmen dürfen. Dabei wird nicht darauf geachtet, dass das Essen ja überhaupt nicht gesund ist und die Zähne kaputt macht und sowieso – nein, hier geht es einfach nur darum, den Kindern eine Freude zu machen. Mit ganz viel Liebe wurden viele Vorbereitungen getroffen. Zum Beispiel haben die Kinder einmal Popcorn und einen Lolli mit nach Hause bekommen; für jedes Kind wurde eine Tüte bemalt und mit Popcorn gefüllt und eine Blume gebastelt, die auf den Lolli geklebt wurde – in der Creche gibt es ca. 100 Kinder!
Das Lustige ist, dass die Erzieherinnen mindestens genauso viel Spaß daran haben und sich über das Eis, das es zum Nachtisch gibt, genauso freuen wie die Kinder.
Heute war dann das große Finale. Morgens führte jede Klasse eine Kleinigkeit für die Eltern auf – natürlich gehört bei solchen Auftritten für die Mädchen jeden Alters hier eine gehörige Portion Schminke und rosa dazu. Den restlichen Vormittag durften die Kinder spielen, zum Mittagessen gab es Hot Dogs und zum Nachtisch eine riesige Torte. Diese sorgte für besonders viel Freude – ein Kind fiel mit dem Gesicht rein, zum Glück war der Pimpf ein kleiner, weswegen er nicht oben auf die Schrift fiel, sondern nur am Rand ein wenig die Verzierung auf sein Gesicht beförderte. Auch das Essen der Torte war abenteuerlich; die Kinder, ihre Kleidung und die Tische sahen danach aus wie nach einer Essensschlacht…
Sonntag, 3. Oktober 2010
Wahl
Samstag, 18. September 2010
Wahlkampf
Im Oktober finden in Brasilien Wahlen statt. Der Wahlkampf hier tobt und ist einfach nicht zu übersehen und –hören. Man vertraut hier nämlich nicht nur auf Wahlplakate, die an jeder Ecke, in manchen Gärten und Autos zu finden sind, sondern setzt auch noch auf die akustische Untermalung.
So fahren Autos mit Lautsprechern durch die Straßen und spielen immer wieder das gleiche kurze Lied ab, in dem der Name und die Wahlnummer des Kandidaten vorkommen.
Als Clara und ich letztens nach der Arbeit zum Bus gingen, kam uns ein ganze Parade entgegen: Ein großer Wagen, der eins der besagten Lieder in voller Lautstärke wiedergab, dazu noch ein Mann mit Mikro, der das ganze kommentierte, und eine Menschenmenge mit Fahnen, die dem Lastwagen folgte. Ich habe das Gefühl, dass sich hier ziemlich viele Menschen im Wahlkampf engagieren und auch viele junge Leute machen dabei mit.
Ich glaub wenn die Wahl vorbei ist, werd ich den ganzen Trubel schon fast vermissen ;)
So fahren Autos mit Lautsprechern durch die Straßen und spielen immer wieder das gleiche kurze Lied ab, in dem der Name und die Wahlnummer des Kandidaten vorkommen.
Als Clara und ich letztens nach der Arbeit zum Bus gingen, kam uns ein ganze Parade entgegen: Ein großer Wagen, der eins der besagten Lieder in voller Lautstärke wiedergab, dazu noch ein Mann mit Mikro, der das ganze kommentierte, und eine Menschenmenge mit Fahnen, die dem Lastwagen folgte. Ich habe das Gefühl, dass sich hier ziemlich viele Menschen im Wahlkampf engagieren und auch viele junge Leute machen dabei mit.
Ich glaub wenn die Wahl vorbei ist, werd ich den ganzen Trubel schon fast vermissen ;)
Freitag, 10. September 2010
Ein schöner Tag
Am Unabhängigkeitstag Brasiliens sind Clara und ich mit einer Gruppe von Freunden wandern gegangen. Bei strahlendem Sonnenschein erklommen wir den Berg und auf dem Weg hatten wir eine tolle Aussicht über Sete Lagoas.
Hier mal ein paar Fotos:


oben auf dem Berg

mancher von euch mag sich wundern aber ja, diesen steilen Hang bin ich heil runtergekommen ;)

in den Straßen von Sete Lagoas
Hier mal ein paar Fotos:
oben auf dem Berg
mancher von euch mag sich wundern aber ja, diesen steilen Hang bin ich heil runtergekommen ;)
in den Straßen von Sete Lagoas
Sonntag, 5. September 2010
Unabhängigkeitstag
Am Dienstag feiert Brasilien seine Unabhängigkeit, das find ich toll, weil ich dann nämlich am Montag und Dienstag frei hab ;-)
Am Freitag haben wir diesen Tag schon vorzeitig in der Creche gewürdigt. Alle Kinder versammelten sich und jeder bekam ein Zeitungshütchen auf den Kopf gesetzt. Einige Kinder wurden dann noch mit Trommeln, Flöten, leeren Plastikflaschen und anderen Folterwerkzeugen für meine Ohren ausgestattet und dann zogen wir in einer Parade durchs Viertel. Die komischen Deutschen, wie Clara und ich uns nennen, waren die einzigen tias (so werden hier die Erzieherinnen genannt), die es sich nicht haben nehmen lassen, auch ein fesches Zeitungshütchen anzuziehen :D
Jetzt freu ich mich erstmal auf das lange Wochenende und darauf, endlich mal Sete Lagoas näher erkunden zu können.
Am Freitag haben wir diesen Tag schon vorzeitig in der Creche gewürdigt. Alle Kinder versammelten sich und jeder bekam ein Zeitungshütchen auf den Kopf gesetzt. Einige Kinder wurden dann noch mit Trommeln, Flöten, leeren Plastikflaschen und anderen Folterwerkzeugen für meine Ohren ausgestattet und dann zogen wir in einer Parade durchs Viertel. Die komischen Deutschen, wie Clara und ich uns nennen, waren die einzigen tias (so werden hier die Erzieherinnen genannt), die es sich nicht haben nehmen lassen, auch ein fesches Zeitungshütchen anzuziehen :D
Jetzt freu ich mich erstmal auf das lange Wochenende und darauf, endlich mal Sete Lagoas näher erkunden zu können.
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